ABC des Umweltschutzes – B wie biologische Landwirtschaft

IMG_0030Heute ist es Zeit für eine neue Folge des ABC des Umweltschutzes. Wie ihr wisst, habe ich nicht nur Umweltschutz, sondern auch Gartenbau an der landwirtschaftlich, gärtnerischen Fakultät studiert und Fächer wie Biolandbau und ökologischer Gartenbau belegt. Beides – Ökolandbau und Umweltschutz – sind stark miteinander verknüpft und sollten in unser aller Leben eine größere Rolle einnehmen.

Die biologische Landwirtschaft – oder auch ökologische Landwirtschaft, Ökolandbau, alternative Landwirtschaft oder organische Landwirtschaft genannt – produziert unter Berücksichtung der Erkenntnisse der Ökologie und des Umweltschutzes tierische und pflanzliche Lebensmittel. Damit ein Betrieb als ökologisch ausgezeichnet werden kann, muss er folgende Dinge bei der Produktion seiner Erzeugnisse beachten und einhalten:
– artgerechte Tierhaltung
– kein unbegründeter Einsatz von Antibiotika
– die Gabe von Wachstumshormonen ist untersagt
– frei von grüner Gentechnik
– ohne Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln
– keine Kunstdünger und Klarschlämme

Mit dem Biosiegel gekennzeichnete Produkte müssen folgende Merkmale aufweisen:
– mind. 95% der Produktkomponenten aus ökologisch kontrolliertem Anbau
– ohne Zusatz von Geschmacksverstärkern, künstlichen Aromen und Farb- und Konservierungsstoffen

Worin liegt der Vorteil dieser ausgezeichneten Produkte? Nachweislich haben Bioprodukte einen geringeren Anteil an Pflanzenschutzrückständen und Cadmium sowie mehr Nährstoffe. Weiterhin setzen sich Konsumenten von Biolebensmitteln weniger häufig mehrfachantibiotikaresistenter Bakterien aus. Nicht zu vernachlässigen sind die Vorteile des strengeren Tier- und Umweltschutzes. Beispielsweise bekommen Tiere im Ökolandbau mehr Platz, werden weniger schnell von den Muttertieren getrennt und durch den geringen Einsatz von Düngern und den Verzicht auf Mineraldünger wird die Umwelt geschont.

Heute gibt es Bioprodukte nicht mehr nur in Reformhäusern, sondern auch in Supermärkten und Discountern, ja sogar einige Drogeriemärkte haben Eigenmarken mit Biosiegel. Zwar sind die Preise natürlich höher als bei konventionell herstellten Produkten, aber auch hier hat sich am Markt viel getan und jeder kann mit ein paar mehr Euro seinen Betrag zum Tier- und Umweltschutz leisten.

Nicht verschweigen möchte ich, dass es qualitative Unterschiede im Bioanbau gibt: Es gibt verschiedene Verbände, die ihre eigenen Vorschriften – natürlich im Rahmen der EU-Ökoverordnung – haben und diese kontrollieren. Ein zertifizierter Ökobauer bietet ein gewisses Grundmaß an biologischer Landwirtschaft. Wer noch strengere Auflagen für die Tier- und Pflanzenzucht wünscht, sollte sich die Verbände wie ‚Bioland‘ oder ‚Demeter‘ und ihre Bestimmungen ansehen.

Vor allem für Kinder sind die weniger belasteten Produkte wichtig: Die kleineren, leichteren Körper der Kinder sollten mit viel weniger Schadstoffen in Berührung kommen als die der Erwachsenen. Gerade Schwermetalle wie Cadmium werden im Körper nicht abgebaut, sondern ein Leben lang gespeichert und reichern sich dadurch immer mehr an. Darum ist es wichtig, so wenige Schwermetalle wie möglich aufzunehmen, bzw. so spät wie möglich damit in Berührung zu kommen. Gerade für unsere Kindern sollte auch in anderen Bereichen die Schadstoffbelastung überprüft werden und z.B. bei Kleidung und Spielzeug auf entsprechende Siegel geachtet werden.

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