Linkshändigkeit?

Ja, ich weiß, Johanna wird erst 19 Monate alt, aber wenn ich mir so die ganzen Fotos von ihr ansehe und ihr Tun im Alltag, bin ich geneigt zu sagen, dass sie Linkshänder ist. Auch einige Bilder im Blog zeigen das: Wäsche aufhängen, malen, Türme bauen – alles mit links. Wenn sie dann doch etwas mit rechts tut – Zähne putzen, essen, malen – sieht man sehr deutlich wie ungeschickt das aussieht. Am Anfang dachten wir oft, dass sich das noch ändert, das hört man ja auch immer wieder, aber seit Monaten bleibt die linke Hand ihre dominante Hand.

Was spricht dagegen?

Im Hinterkopf habe ich aber auch ihre Blockade, die wir beim Osteopathen behandeln ließen. Aber seitdem sie rennen kann, sieht man deutlich, dass sie den rechten Arm kaum dabei bewegt. Wir haben das natürlich schon beim Kinderarzt angesprochen, aber so richtig behandlungswürdig empfand er es nicht. Er meinte, das käme sehr oft vor bei Lauflernern und verwächst sich. Nun macht sich die besorgte Mutter Gedanken, ob sie da nicht hätte hartnäckiger sein müssen. Was ist, wenn das Kind doch kein Linkshänder ist und nur die linke Hand bevorzugt benutzt, weil sie noch eine Blockade hat? Was ist, wenn sie durch Angewohnheit, bzw. Training mit der linken Hand geschickter ist und ihre eigentliche Rechtshändigkeit zu frustrierend oder gar schmerzhaft ist?

Unbewusste Umschulung?

Fakt ist, dass wir wirklich viele Linkshänder in der Familie haben. Und je weiter wir uns in dieses Thema einlesen, desto mehr glauben wir, dass Martin eigentlich auch Linkshänder ist, es nur niemand bemerkte, oder er unbewusst vor dem Schuleintritt umgeschult wurde. Leider kann das sehr schnell passieren, z.B. in dem man dem Kind vorgibt, mit welcher Hand es essen oder malen soll. Es gibt einige Testfragen, mit denen man herausfinden kann, ob Linkshändigkeit vorliegt. Und die allermeisten hatte Martin mit „ja“ beantworten…

Leider gibt es aber auch die Umschulung auf Linkshändigkeit. Meine Angst wäre nun, dass uns das auch passieren könnte. Am kommenden Montag ist die U7 und dann werde ich es noch einmal beim Kinderarzt ansprechen. Erst, wenn wir Blockaden im Rücken oder im Arm ausschließen können, werden wir noch einmal einen Blick auf ihre Händigkeit werfen. Bis dahin versuchen wir weiterhin alles in die Mitte zu legen und kein Aufsehen darum machen.

Warum soviel Sorge oder gar Angst?

Die Konsequenzen einer Umschulung der Händigkeit auf die Psyche können von Konzentrationsschwäche und Blackouts in Stresssituationen bis hin zu Legasthenie und Dyskalkulie gehen. Dies alles sind starke Einschränkungen der Lebensqualität, weil unsere Gesellschaft diesen Menschen kaum Chancen gibt. Und wer möchte irgendwann einmal gesagt bekommen, dass man als Eltern selbst dafür verantwortlich ist, dass das Kind stottert oder eine Links-Rechts-Schwäche hat? Natürlich gibt es schlimmere Diagnosen und Einschränkungen, aber wenn es doch vermeidbar gewesen wäre…

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