Individuelle Impfentscheidung

STIKO-EmpfehlungEigentlich hatte ich zu diesem Thema schon eher einen Post geplant und schon angefangen zu schreiben, aber ich finde, es ist ein relativ schwieriges Thema (Zumindest, je mehr man dazu liest um wirklich objektiv sein zu können.). Ich bin immer der Meinung, man kann tun und lassen was man möchte (natürlich im gesetzlichen Rahmen), solange man seine Entscheidungen auch überlegt tut. Das heißt nicht, dass man sich vor anderen rechtfertigen muss, aber man sollte sich über sein Tun und Handeln Gedanken machen und im besten Fall genau wissen, warum man etwas tut und warum man etwas lässt. Etwas zu tun, weil es alle tun, ist für mich nie ein Grund gewesen und wird es wahrscheinlich auch nie werden. Natürlich gibt es rein emotionale Entscheidungen und „das Bauchgefühl“ kann tatsächlich auch ein Argument sein, ohne dass man handfeste und nachvollziehbare Gründe nennen kann. Im Moment ist das Thema Impfen wieder in aller Munde und ich hatte noch einmal ganz intensiv darüber nachgedacht und recherchiert. Dabei möchte ich mich weder für einzelne Impfungen aussprechen, noch von welchen abraten, sondern lediglich unsere Vorgehensweise bei dem Entscheidungsprozess aufzeigen und Denkanstöße geben. Denn, die Entscheidung für oder gegen eine Immunisierung sollte niemand den Eltern abnehmen, der sich nicht beruflich damit auseinandersetzt.

Zuerst sei gesagt, wir sind weder Impfgegner noch pauschale Impfbeführworter. Wir glauben auch nicht, dass wir es besser wissen als unser Kinderarzt oder zahlreiche Wissenschaftler. Wir sind nur der Meinung, dass es legitim ist, einige Dinge zu hinterfragen und seine eigene Meinung zu haben (Die man sich, wie bereits gesagt, im besten Fall selbst bildet; was natürlich nicht immer geht.).

Lange bevor unsere Tochter ihre ersten Impfungen bekommen sollte (mit 8 Wochen gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Hepatitis B, Kinderlähmung, Hib, Pneumokokken und Rotaviren) hatten wir uns informiert. Wir fanden das Infoheft aus dem Krankenhaus von der STIKO so entgültig formuliert und zugleich lückenhaft. Wir wollten einfach etwas Neutrales und Unabhängiges lesen. Nach tagelanger Recherche (vor allem durch das Auffinden von Primärquellen) mussten wir ernüchternd feststellen, dass es so etwas nicht gibt, oder wir es nicht fanden. Beide Seiten – Impfgegner und Impfbeführworter – stützen sich oft auf Einzelfälle (Impfschäden, bzw. Todesfälle durch die Erkrankung). Treffen beide Gruppen aufeinander wird es meist unsachlich, verletzend und unschön. Was also tun? Zuerst betrachtet man wirklich sachlich die Fakten und Zahlen. Ist die Krankheit in Deutschland verbreitet, wie viele Erkrankungen gibt es jährlich, wie viele schwere Verläufe, wie viele Todesfälle. Welche Serotypen lösen die Erkrankung aus und gegen welche kann geimpft werden. Welche Zusatzstoffe sind in den Impfdosen enthalten und welche Nebenwirkungen können diese verursachen. Dann muss man sich noch die Häufigkeit der verschiedenen Impfkomplikationen und Impfschäden ansehen im Verhältnis zu den verabreichten Dosen. Zum Schluss muss man für sich abwägen, welches Risiko minimaler ist. Eine Impfung ist nämlich nichts anderes: Eine Risikominimierung, bzw. -abwägung. Weder habe ich einen 100%-igen Schutz vor der Erkrankung, noch ist gesagt, dass ich ohne Impfung die Krankheit bekäme.

Für uns war, nachdem wir uns so gut wie möglich informiert hatten, die Sachlage ziemlich eindeutig. Dazu mussten wir uns nur zwei Fragen stellen: Kann uns unsere Tochter später Vorwürfe machen, wenn sie einen Impfschaden davon trägt, oder haben wir nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt oder sind wir den allgemeinen Empfehlungen gefolgt? Und: Kann uns unsere Tochter später Vorwürfe machen, dass wir sie nicht impfen lassen haben, weil wir nach bestem Wissen und Gewissen gegen die allgemeine Empfehlung gehandelt haben? Die letzte Frage konnten wir für uns eindeutig mit „ja“ beantworten, weil wie eben dieses beste Wissen gegen bestimmte Impfungen nicht nachvollziehen oder finden konnten, weil z.B. Studien falsch zitiert wurden oder sich auf zurückgezogene Studien bezogen wurde. Nicht zuletzt muss ich mir auch die Frage stellen, ob ich damit umgehen kann, wenn mein ungeimpftes Kind andere Kinder, die (noch) nicht geimpft werden können, ansteckt und es zu Komplikationen oder Schlimmeren kommt. Jeder, der vor der Entscheidung steht, sein Kind impfen zu lassen, sollte genau hinschauen, wer da was behauptet und ganz genau prüfen was da steht. Wer unsicher ist sollte dies dem Kinderarzt mitteilen. Und wer letztlich zu keinem richtigem Ergebnis kommt – so wie wir – sollte der Empfehlung folgen; dafür gibt es diese.

Gern würde ich an dieser Stelle ein paar nützliche Links auflisten, doch so richtig Neutrales habe ich nicht gefunden. Ich denke, wer sich mit diesem Thema beschäftigt, wird von allein auf die Argumente der Impfgegner stoßen. Auf alle Fälle lohnt es sich, auf die Seite des Robert-Koch-Institutes zu schauen und sich hier Informationen aus der Datenbank über Impfschäden und Verdachtsfälle anzusehen oder hier frei in der Datenbank des Paul-Ehrlich-Institutes zu recherchieren. Beide Institute haben hier eine gemeinsame Erklärung zu den 20 häufigsten Argumenten gegen das Impfen abgegeben. Ich wünsche euch, dass ihr eine für euch gute Entscheidung findet und eure Kinder so oder so gesund bleiben.

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