Ein Jahr, zwei Jahre oder drei Jahre?

Ja richtig, es geht um die Elternzeit. Als Eltern hat man plötzlich sehr viel Verantwortung und viele Entscheidungen zu treffen. Dazu zählt zweifelsohne die Frage, wie lange man Elternzeit beantragen sollte. Zum einen ist das eine finanzielle Überlegung, zum anderen soll man schon vor der Geburt die Bedürfnisse des Kindes voraussehen, aber auch die eigene Gefühlswelt muss beachtet werden. Ich weiß noch, wie viele Mütter aus dem Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurs dem Ende der Elternzeit unentspannt entgegen sahen. Ich hatte immer das Gefühl, dass sie gar nicht bereit waren, ihre kleinen Kinder abzugeben. Ich wäre das auch auf keinen Fall gewesen und ich vermute, dass es den meisten Müttern so geht. Natürlich hat man nach 12 Monaten Windel wechseln, Brei kochen, Sabber wegwischen auch mal Lust wieder arbeiten zu gehen – etwas intellektuell anspruchsvolles, etwas kreatives, etwas eigenes machen. Andererseits ist man jetzt Mutter und viele Frauen haben plagt das schlechte Gewissen, wenn sie ihre Kinder in die Fremdbetreuung geben. Da die meisten Kinder zum ersten Geburtstag noch nicht sonderlich gut laufen können oder Fremden ihre Wünsche mitteilen können (Mütter und Väter verstehen ihre Sprösslinge ja schon recht gut) liegt es wohl auch in der Natur der Dinge, dass es schwer fällt, sein Baby fremden Menschen zu überlassen. Die meisten Mütter die ich kennenlernen durfte, waren aus finanziellen Gründen gezwungen wieder arbeiten zu gehen – wenn auch in Teilzeit. Hat man ein Kind, was gern zur Kita geht mag das noch gehen, aber was, wenn das Kind jeden Morgen weinend zurückgelassen werden muss? Natürlich weinen die Kinder aus ganz unterschiedlichen Gründen und meist ist es nur ganz kurz, aber das geht wohl in jedes Mutter- und Vaterherz. Auch bei Zwei- oder Dreijährigen kann man vor weinenden Kinderaugen stehen. Ich würde mir jedoch wünschen, dass Mütter und Väter nicht gezwungen wären, ihre Elternzeit kürzer gestalten zu müssen als sie es eigentlich wollten und es sich für Eltern und Kind richtig anfühlen würde. Ich frage mich schon lange, ob die Meinung der Politik, Frauen wollen Kinder und Karriere vereinbaren so stimmt, oder ob sie beides vielmehr vereinbaren müssen. Auch im Hinblick auf die eigene Rente ist die Frage der Erziehungsjahre nicht ganz irrelevant.Schön ist auch die Entwicklung, dass immer mehr Männer Elternzeit nehmen. Die meisten zwar nur wenige Monate, aber einige wenige sogar ein ganzes Jahr.

Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz

Gut finde ich aber dennoch, dass es einen gesetzlichen Anspruch auf einen Kinderkrippenplatz für Einjährige gibt. Wer wieder ganztags arbeiten gehen möchte oder muss, kann dies nun tun. Zwar sind seither die Kindergärten mancherorts wie Pilze aus dem Boden geschossen, oder die bestehenden Einrichtungen haben angebaut und neue Plätze geschaffen, doch meist leidet der Betreuungsschlüssel darunter. Bei uns im Ort gibt es sehr viele Kindergärten und es gibt zwei sehr große Kindergärten (mit 169, bzw. 135 Plätzen). Da man sich schon frühzeitig anmelden muss (offiziell erst 6 Monate vorher, praktisch ist dann aber der Wunschkindergarten schon längst voll!), kann sich der Betreuungsschlüssel bis zur tatsächlichen Nutzung der Einrichtung noch negativ verändern (Kündigung, Auszubildender bleibt nicht, Renteneintritt, Berufsunfähigkeit usw.). Auch sehr große Gruppen sind nicht für alle Kinder geeignet (Stichwort: Sensibilität) und so muss man schon ganz genau hinsehen, wo man sein Kind abgibt. Leider ist Papier sehr geduldig und nicht alles was so schön formuliert wurde, kann vom Kindergarten tatsächlich geleistet werden.

Wie haben wir uns entschieden?

Ich hatte damals übrigens zwei Jahre Elternzeit beantragt. Nur so hat man die Option auf ein Jahr zu verkürzen, oder um ein weiters Jahr zu verlängern. Johanna geht also in einem halben Jahr in die Kita und ich hoffe, ihr wird es dort gefallen, damit ich sie mit bestem Gewissen dort lassen kann. Außerdem haben wir noch einen Platz in unserem Wunschkindergarten für sie reserviert. Dort könnte sie dann mit drei Jahren untergebracht werden, sollten wir das dann noch so wünschen.

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