Glaubensfreiheit

Bei uns in der Stadt gibt es ein Wohnheim für Asylbewerber. In den Medien wurde ganz gut Aufklärung geleistet und so waren bei einem Vortrag der Flüchtlinge etliche Besucher da, um sich die Geschichte ihrer Flucht anzuhören. Sie haben alles zurückgelassen um einen sehr gefährlichen und anstrengenden Weg auf sich nehmen. Sie erzählten von ihrer Fahrt durch die Wüste, bei der sie mit Benzin versetztes Wasser tranken, damit sie sich es einteilen konnten. Sie erzählten auch, wer vom Fahrzeug fällt wird zurückgelassen. In den Pausen werden die Frauen mit ihren Kindern von den Männern getrennt. Wer sich dagegen wehrt wird einfach erschossen. Sie berichteten auch davon, was mit den Frauen und Kindern dann geschah – zu schrecklich um es hier zu schreiben! Sie erzählten von ihrer Überfahrt über das Meer…

Die Flüchtlinge wussten schon vor ihrer Reise was sie erwarten wird. Die bereits Geflohenen haben es mit ihren Handykameras dokumentiert und es auch nach ihrer Ankunft in Europa am Telefon erzählt. Viele hier Ankommende sind traumatisiert – von der Verfolgung in ihrem Land, von dem Krieg dort oder von der Flucht. Als ich die Geschichte ihrer Flucht hörte, wusste ich, dass man dieses lebensgefährliche Unterfangen nicht einfach so macht. Nur wem Tod oder Folter im eigenen Land drohen wird diese Reise antreten. Er wird sich sagen, dass er nichts zu verlieren hat.

In unserer Stadt gibt es vornehmlich Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien (heute sind religiöse und ethnische Interessen im Krieg vordergründig), aber auch verfolgte Christen aus Eritrea. Für uns ist es unvorstellbar wegen seines Glaubens gefoltert zu werden. Das gibt es in Deutschland nicht und dafür müssen wir sehr dankbar sein. Hier darf man sich frei in einer Gemeinde zum Gottesdienst oder Bibel lesen versammeln, man darf aber auch sonntags einfach ausschlafen und wird nicht gezwungen einen Gott anzubeten, von dem man nicht glaubt, dass er existiere. Wir dürfen gegen Kondome sein und für vorehelichen Sex. Wir dürfen für Abtreibung und gegen Sterbehilfe sein. Wir dürfen in aller Öffentlichkeit vor dem Essen beten und wir dürfen in Karikaturen Gottheiten beleidigen.  Jeder darf glauben was er möchte und jeder darf seine Meinung frei äußern. Wer sich den Weltverfolgungsindex von Open Doors ansieht, wird schnell erkennen, dass das längst nicht überall so ist…

Würdest du dich unter Folter zu deinem Gott bekennen? Würden du weiterhin sagen, dass du an keinen Gott glaubst, wenn bewaffnete Männer vor deiner Familie stehen?

Ich kann und will mir diese Grausamkeiten und Unmenschlichkeiten kaum vorstellen und wenn ich ganz ehrlich bin, weiß ich nicht, ob ich für meinen Gott sterben würde – so wie er es für mich tat! Ich hoffe sehr, dass ich es könnte und vertraue dabei gern dem Bibelvers:

Bisher hat euch nur menschliche Versuchung getroffen.
Aber Gott ist treu, der euch nicht versuchen lässt über eure Kraft, sondern macht, dass die Versuchung so ein Ende nimmt, dass ihr´s ertragen könnt.
                                                                     1. Kor. 10,13

Ich hoffe, dass es in Deutschland niemals Verfolgung gibt. Weder von Christen oder Atheisten, noch von Muslimen oder Buddhisten. JEDER darf glauben und meinen was er mag und das ist ein hohes Gut, was es zu bewahren gilt! Was kannst du dafür tun?

Eure Nicole

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