Must-haves für’s Baby – Der Kinderwagen

Als ich schwanger war, habe ich mir alles angesehen, was der Babymarkt so hergibt: Badewannen, Wickelkommoden, Spieluhren, Krabbeldecken, Mobiles, Sterilisatoren, Milchpumpen, Thermometer, Kinderwagen, Tragetücher und so weiter. Es gibt unendlich viele Babyprodukte und bei jedem stellte sich die Frage neu: „Brauchst du das wirklich?“.

Es gibt verschiedene Typen Mensch und verschiedene Typen Frau und natürlich auch verschiedene Typen Mama. Die einen sind sehr minimalistisch eingestellt: „Das Kind braucht Wärme, Liebe und Milch!“, die anderen wollen gut vorbereitet sein. Ich bin eher der gut vorbereitete Typ Mama und auch Typ Mensch. Ich habe eigentlich immer noch einen Plan B im Kopf. Als vorbereitete Mama tendiert man vermutlich eher zum „übervorbereitet sein“ und hat schlussendlich mehrere Hundert Euro umsonst ausgegeben. Ich habe mir mal die Mühe gemacht, unsere Anschaffungen fürs Baby zu überdenken und möchte jetzt (nach fast 18 Monaten) darüber schreiben, was für uns wirklich unentbehrlich war und auch noch ist! Dazu sind vielleicht ein paar Fakten von Nöten: Johanna war ein Sommerbaby (*21.08.2013), kein Frühchen und wurde 6 Monate voll gestillt.

***

Unser absolutes Must-have für uns war und ist unser Kombi-Kinderwagen. Wir haben zwar auch ein Tragetuch und eine Babytrage, aber Johanna wollte da nicht so lange gern rein: Sie sah nichts und es war ihr auch zu eng und zu warm. Beim Kinderwagen gibt es ja so viele Meinungen wie es Mütter gibt! Für die einen muss es der aktuellste Designerwagen sein, für die anderen ist ein Kinderwagen total überflüssig. Ich muss sagen, dass ich ohne Kinderwagen total aufgeschmissen gewesen wäre: Rückenprobleme und Kaiserschnitt sind nicht die besten Voraussetzungen um gleich von Anfang an im Tragetuch zu tragen. Auch Martins längere Waldspaziergänge hätte er wohl ohne Kinderwagen nicht so oft gemacht. Wenn man Zwillinge erwartet, ist es noch mal eine ganz andere Herausforderung ohne Kinderwagen den Alltag zu bestreiten. Wir haben unseren Kinderwagen – der ja mit Abstand die teuerste Anschaffung fürs Baby darstellt – wirklich sehr viel benutzt und den Preis mehr als abgefahren! Wer kein bestimmtes Modell möchte oder braucht, kann auch wirklich gut erhaltene gebrauchte Kinderwagen bekommen! Unser Kinderwagen war ein Geschenk der Schwiegereltern und da vielleicht irgendwann ein weiteres Baby darin fahren darf, haben wir einen neuen Wagen gewünscht.

Was war uns wichtig bei unserem Kinderwagen?

  • Wir brauchten große feststehende Räder, da wir gern abseits der Wege unterwegs sind und in der Stadt viel Kopfsteinpflaster verbaut ist. Außerdem wird hier im Winter nicht überall geräumt (im Stadtpark und einigen Fußgängerbrücken und deren Zugänge), sodass man mit Schwenkrädern oft stecken bliebe.
  • Wir wollten einen Kinderwagen, der eine relativ große Liegefläche hat. Weder weiß man, wie groß das Baby wird (wir sind beide nicht groß und trotzdem ist Johanna größer als die allermeisten Altersgenossen), noch wann es selbstständig sitzen kann.
  • Eine gute Federung war uns auch wichtig.
  • Wegen unserer bergigen Gegenden wollten wir eine zusätzliche Handbremse (wie beim Fahrrad) – nach dem Kaiserschnitt war sie bei jedem Berg Gold wert.
  • Einen Schwenkschieber wollten wir auch unbedingt. Zwar kann man meist den Sportwagenaufsatz separat umdrehen, aber mit Kind darin ist das sehr umständlich und auch nicht so gedacht!
  • Wir wollten eine feste Wanne mit Matratze und keine Softtragetasche.
  • Er musste natürlich auch unbedingt in unser Auto passen.
  • Die Schadstoffbelastung war uns auch wichtig, aber leider gab es zu unserer Zeit fast gar keinen, der uneingeschränkt zu empfehlen war.
  • Zu guter letzt hätten wir gern einen Wagen gehabt, der in Europa hergestellt wird. Kinderwagen sind einfach so teuer, dass man dafür gern ein paar Arbeitsplätze hier damit fördern/erhalten kann.
  • Bezahlbar musste die ganze Sache dann auch noch sein, auch wenn es ein Geschenk war.
  • Nun war die Auswahl schon sehr begrenzt und wir stellten beim Probefahren fest, dass wir ein ungünstiges Verhältnis von Beinlänge und Schuhgröße haben müssen! Wenn wir etwas schneller als Bummeltempo liefen, traten wir immer wieder mit der Schuhspitze unten auf den Kinderwagen, wo sich meist die Feststellbremse befindet. Die wurde dann ausgelöst und man lief auf den Wagen auf. Angeblich hätte die Verkäuferin so etwas noch nie erlebt, aber die hat auch sonst ziemlich viel Mist erzählt! Durch die Verlängerung des Griffes erhöht sich zwar der Abstand zwischen Fahrer und Wagen, aber dann war der Griff zu hoch, da wir nicht über 1,80m groß sind. Es war sehr seltsam.

Wir hatten uns dann für den Hartan Topline X entschieden.

Für uns sinnvolles Kinderwagen-Zubehör:

  • Sonnensegel (Sonnenschirme muss man häufiger mitdrehen und verstellen sich leicht bei Wind.)
  • Fliegennetz, damit die Kleinen auch mal unbeobachtet im Garten schlafen können.
  • Handmuff für den Winter (Man ist schnell beim Kind ohne vorher die Handschuhe ausziehen zu müssen.)
  • Winterfußsack (Bei schwarzem Innenfutter sieht man die Spuren von schmutzigen Schuhen nicht gleich!)
  • feste Babywanne (Wir wohnten nicht ganz so hoch, da fiel das kleine Mehrgewicht nicht so auf. Für Babys, die über den Winter noch liegen praktisch, da wärmer und mehr Platz für Decken.)

Auch jetzt, wo Johanna viel selber läuft und wir immer öfter den Kinderwagen stehen lassen, sind wir sehr zufrieden und wollen noch nicht gänzlich auf ihn verzichten. Ich hätte mir zwar etwas hellere Farben gewünscht – nicht jeder mag schwarz – aber man kann ja nicht alles haben! Die meisten Eltern finden sowieso nicht DEN Kinderwagen, sondern müssen einige Kompromisse eingehen…

Im aktuellen Test von Stiftung Warentest (2/2015) wurden 14 Kombi-Kinderwagen nahmhafter Hersteller getestet – nur einer schnitt gut ab (Note 2,4): Der Britax Go für 950€. Auf dem zweiten Platz landet der Knorr-Baby Voletto Sport (Note 3,1) für 620€ und dem dritten Platz der Turbo 6S von ABC-Design (Note 3,2) für 330€. Aber es zeigt sich wieder: Teuer ist nicht gleich besser! Der 950€ teure Joolz Day Earth erhielt die Note 4,6 (mangelhaft) wegen polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe (PAK) in den Bezügen. PAK können Krebs verursachen, das Erbgut schädigen, sowie die Fortpflanzungsfähigkeit einschränken. Und der 1350€ teure Stokke Trailz erhielt die Note 4,8 (mangehalft) wegen Chlorparaffins (36g/kg) in den Griffen (seit 2012 in der EU verboten!), das über die Muttermilch weitergegeben wird.

Ich wünsche euch einen stressfreien Kinderwagenkauf und viel Spaß dann beim Schieben!

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